3. Liga: FC Rubigen - SC Worb

Meisterschaftsspiel: FC Rubigen – SC Worb 1:0 (1:0)

Datum: 24.05.2017

Ort: Hunzigenrüti

Spielbeginn: 19:00 Uhr


Knapper Rubiger 1:0 Sieg im Derby gegen den SC Worb. Der heimstarke FCR landet „Big Points“ im Abstiegskampf, dank Lohri Yanik..

Trainer: Reto Hiltbrunner

Co-Trainer: Kevin Eich

Aufstellung:
Schmid Joël, Scheidegger Nico, Marmet Reto, Lohri Renato, Herzig Beni (85. Minute, Freitag Dominic), Häberli Marcel, Meschnig Fabian, Kramer Patrick, Avdimetaj Flamur, (68. Minute, Minichello Leandro), Zürcher André(C), (74. Minute, Schmutz Matthias), Lohri Yanik

Auswechslungsspieler:
Aeschbacher Reto, Baumann Michael, Bähler Simon, Crocitti Raffaele, Freitag Dominic, Schmutz Matthias, Minichello Leandro,

Tore:
1:0 (33. Minute, Lohri Yanik)),

Spiel in Kürze:
Derbystimmung mit dem direkteren Konkurrenten um den Ligaerhalt. Von der ersten Minute an entwickelte sich ein offenes Spiel. Dadurch entstand eine temporeiche, hitzige, hart umkämpfte Partie. Der SC Worb besass in der Anfangsphase die grösseren Spielanteile, doch die neu formierte FCR-Abwehr stand sicher und liess nur selten Gefahr vor Keeper Schmid aufkommen. Die Aaretaler blieben mit schnellen Gegenstössen gefährlich. In der ersten Halbzeit kommt der FCR einige Male mit langen Bällen auf die Aussenspieler zu guten Chancen. Eine Standartsituation entschied schlussendlich diese Partie in der 33. Minute. Ein von Flämu perfekt getimter Freistoss konnte Lohri Yanik zum 1:0 einnicken. Zu Beginn der zweiten Hälfte wollten die Gäste aus Worb zeigen, dass sie es besser können. Plötzlich pressten sie hoch, gingen früh auf den Ballführenden. Natürlich war beim Penalty in der 62. Minute Glück dabei, dass Keeper Schmid richtig reagiert und den Ball souverän unter sich begrub. Die Mannschaft aus Worb war in der Schlussphase bemüht und sie kämpfte, aber niemand schien in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernehmen zu können oder zu wollen, so dass es beim knappen Erfolg für den FCR blieb..

Bericht:
Bei besten Fussball-Bedingungen und vielen Zuschauern zeigte sich der FCR von Beginn an konzentriert, nah am Gegner und hellwach. Der SC Worb wusste genau, dass der FCR in der Anfangsphase sehr grosse Konzentrationsschwierigkeiten hat. In den letzten Spielen kassierten die Rubiger in den ersten 10 Minuten jeweils zwei Tore. Die Worber waren durch den forschen Start der Rubiger etwas überrascht und konnten in den ersten 15. Minuten nur einmal gefährlich vor das Tor der Gastgeber kommen, weil sie immer wieder im Spielaufbau gestört wurden. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Aaretaler besser und spielten auch einige gekonnte Offensivaktionen vor das gegnerische Tor. Nach elf Minuten setzte Lohri Yanik mit einem allerdings zu hoch angesetzten Kopfball ein erstes Zeichen. Die beste Chance vergibt Züri in der 27. Minute, der mit einem Dropkick im Strafraum am stark reagierenden Gäste-Keeper scheitert. Keine zwei Minuten später ein gefährlicher Freistoss der Worber von Aussen in den Rubiger Strafraum. Aber Keeper Schmid pflückt das Spielgerät sicher aus der Luft. Supertechniker Beni war an diesem Mittwochabend das wichtigste Bindeglied zwischen der Defensive und der Offensive. Er weiss aufgrund seiner grossen Erfahrungen immer genau, wann es schnell gehen muss und wenn er einfach den Fuss auf den Ball stellt und das Spiel verlangsamt. So konnte er der Mannschaft in den Druckperioden Luft verschaffen, das Spiel auf sich ziehen und einen guten Pass in die Schnittstelle des Gegners, präzise schlagen. Häbis Charme zwischen kerniger Maskulinität und spitzbübischer Verschmitztheit war das Salz in dieser heutigen Mannschaft. Er war es auch, der in der 33. Minute nach einer Balleroberung in der eigenen Hälfte, zwei Gegenspieler mit einer Körpertäuschung und einem Richtungswechsel aussteigen lässt und an der Seitenlinie von einem Worber Verteidiger umgesäbelt wird. Flämu legt sich den Ball für den Freistoss aus 28 Metern bereit und bringt den Ball nach einem schönen Parabelflug punktgenau in den gegnerischen Strafraum auf Lohri Yanik. Yanik steig im Verteidigungs-Getümmel am höchsten, bringt viel Kraft in den Kopfstoss, so dass der Ball am machtlosen Worber Keeper vorbei in den oberen rechten Torwinkel zur vielbejubelten 1:0 Führung eindringt. Die restlichen Minuten vor dem Pausentee wurden nochmals richtig hektisch, weil durch dieses Gegentor der SC Worb unter Zugzwang stand. Trotz guter Ansätze bissen sich Worber immer wieder an der gut organisierten Rubiger Hintermannschaft die Zähne aus..

Im zweiten Durchgang änderte sich zunächst wenig. Beide Teams suchten sofort die Zweikämpfe und wollten Zeichen setzen. Es entwickelte sich ein offenes Spiel. Der FC Rubigen bringt sich gegen den SC Worb in der 62. Minute selbst wieder ins Spiel. Eine unnötige Rückgabe von Marmet auf Keeper Schmid nutzte ein Worber Stürmer sofort aus und setzte dem Ball nach, fädelt im Fallen ein und holt so gegen Torhüter Schmid einen Elfmeter der Marke "geschickt" heraus. Aus Rubiger Sicht war es zwar ärgerlich, dass der Schiedsrichter einen (zu?) strengen Elfmeter pfiff. Den fälligen Penalty pariert Keeper Schmid souverän, indem er lange stehen blieb und den Ball mit einem Hechtsprung an sich krallen konnte. Super Tat des jungen Rubiger Torhüter. Nun wollen die Worber den Fehlstart umgehend korrigieren und legen nochmals einen Zacken zu. FCR Trainer Reto Hiltbrunner erkennt sofort die neue Spielsituation und bringt frische Kräfte. Vor allem in der Offensive will er mehr Akzente setzen. Dies soll besonders Leandro liefern. Der wirblige Allrounder soll die Angriffe der Worber ab der Mittellinie unterbinden und der Mannschaft, mit kräftigen Antritten über die Seiten, wieder ins Spiel zurück bringen. Neuen Schwung brachte auch der eingewechselte Freitag Dominic, der lange verletzt war. Der Mittelfeldmotor Dominic, mit seiner enormen Laufleistung, unterband in den letzten 10 Minuten viele gefährliche Angriff der Worber. Gekonnt, ohne Foul lief er den direkten Gegner ab und eroberte sich so viele Bälle. Erwähnenswert ist aber auch Aussenverteidiger Scheidegger Nico der die Rolle des hintersten Eckpfeilers im Kollektiv hervorragend interpretiert und einen entscheidenden Anteil an der Spiel-Eröffnung und der Offensivqualität hatte. Meschnig Fabian entpuppte sich als defensiv sicheren Wert der auch gerne mal einen Ausflug in die Offensive wagte um die Mannschaft anzukurbeln. Er sorgte mit seinen präzisen Flanken und Standards immer wieder für Torgefahr. So kämpften die Rubiger unbeirrt weiter. Dadurch entwickelte sich ein hoch attraktives 3. Liga Fussballspiel. Beide Teams suchten nun den entscheidenden Treffer zu erzwingen. Ein Worber Treffer hätte den unmittelbaren Abstieg für die Rubiger bedeutet. Obwohl noch da und dort etwas Elan bei dem SC Worb aufflammte, verwalteten die Rubiger den Vorsprung bis zum Schlusspfiff souverän. Das Ergebnis für dieses dramatische und vor allem spannenden Derby war Balsam auf die Seele der jungen Rubiger-Mannschaft. Ein Super-Resultat für den FCR.

Trainer Hiltbrunner Reto:
Es war unglaublich emotional, dass wir in diesem Derby gegen den SC Worb standgehalten haben. Meine Mannschaft spürte während dem gesamten Spiel den fantastischen Zusammenhalt im Club wie sich die Fans und vor allem der 97er Club als Stimmungsmacher zeigten. Wir sind sehr fokussiert ins Spiel gegangen. Wir haben konzentriert gedeckt und endlich mal mit Tempo über fast die gesamte Spielzeit clever nach vorne gespielt. Wir haben mit viel Leidenschaft, Druck, Mut, Geschlossenheit und Kampfkraft es schlussendlich geschafft, das Spiel am Ende, mit Glück 1:0 zu gewinnen. Dafür gebührt der Mannschaft ein riesengrosses Kompliment, denn ein Gegentreffer hätte alles Komplet gedreht. Den Glauben an die eigene Stärke wollen wir nun nach Bern mitnehmen, wo das letzte Meisterschaftsspiel gegen den SV Slavonija Bern stattfindet..

Kommentar:
Der FCR hoffte an diesem Abend auf einen positiven Verlauf im Derby. Dass die Rubiger die Vorgabe ihres Trainers Reto Hiltbrunner, mutig nach vorne zu spielen, so konsequent umsetzen würden, hatte mancher vielleicht auch deshalb nicht für möglich gehalten, weil der Gegner aus Worb den Abstieg auch unbedingt vermeiden möchte. Die fussballerische Klasse war an diesem Mittwochabend nicht der Massstab aller Dinge. Nein, beiden Teams ging es einzig und allein darum, ein gutes Ergebnis einzufahren oder noch besser zu gewinnen. Egal wie. Durch eine Standardsituation in der 33. Minute ging der FCR durch ein schönes Kopf Tor durch Lohri Yanik in Führung. In der zweiten Hälfte war es der erwartete Verlauf. Der Druck der Worber wurde sehr gross. Wütend stemmten sie sich gegen die Niederlage an, suchten immer wieder die Zweikämpfe und rannten dem 0:1 Rückstand hinterher. «Man of the Match» war zuletzt Keeper Schmid der einen Penalty in der 62. Minute hielt. Es ist nicht leicht das Spiel zwischen dem FC Rubigen und dem SC Worb zu beschreiben, ohne sich der Binsenwahrheiten des Fussballs zu bedienen. Klar kann man sagen, dass Fussball nicht immer gerecht ist. Dass wer die Tore nicht schiesst, sie eben kassiert, oder dass in einem Abstiegskampf nicht immer die bessere Mannschaft siegt. Fakt ist: Der FCR hat die drei Punkte nicht gestohlen. Der Ligaerhalt ist mit diesem Sieg gegen den SC Worb jedoch noch nicht in trockenen Tüchern. Die Mannschaft von Reto Hiltbrunner braucht in der letzten Partie gegen den SV Slavonija Bern mindestens einen Punkt oder die beiden direkten Gegner SC Worb und SV Kaufdorf verlieren ihre letzten Spiele. In dieser Situation hätte bei Punktgleichheit der FCR die bessere Fairness-Quote als Kaufdorf. Diese Ranglisten-Situation erlaubt mir auch, eine alte Phrase hervor zu kramen: “Im Fussball, wie im Leben allgemein, muss man die Chance packen, wenn sie sich bietet, sonst zieht sie wohl vorbei und man riskiert, bestraft zu werden.“ Hopp RURURubigen!!!..

Noch dies:
Die Abstiegsangst geht auf der Hunzigenrüti um. Man musste dieses Derby gegen Worb einfach gewinnen, eine Niederlage lag schlichtweg nicht mehr drin, will man nächste Saison noch in der 3. Liga mitmischen. Dadurch wurde auch el Presidente vom 97er Club aktiv und schrieb in einem fast dramatischen klingenden E-Mail folgendes: » Liebe 97er, Veteranen, Senioren, 5.Liga, Trainer, Frauen ect. am kommenden Mittwoch findet auf der Hunzigenrüti das Ultra wichtige Abstiegsspiel unserer 3. Liga auf der Hunzigenrüti statt. Es ist klar, ein Sieg gegen Worb muss her...und dies werden unsere Jungs schaffen!! Aber dazu brauchen sie den starken 12. Mann an der Seitenlinie...und das sind wir!!!!! Ich bin überzeugt, auf den "scharfen Egge" kann ich zählen aber bitte auch alle anderen sollen kommen. Kommt am nächsten Mittwoch-Abend 24.05. 2017 um 19.00 Uhr auf die Hunzigenrüti und feuert unser Team an. Es braucht jetzt jeden, nur so werden wir es zusammen schaffen! Also Jungs, ich hoffe ihr kommt und helft unserer Mannschaft zu drei (Überlebens) wichtigen Punkten. RURURubigen!!!!!!!! Zusätzlich stand noch ein weiterer sehr wichtiger Satz: Und natürlich werden wir nebst einem kühlen Blonden noch eine Bratwurst Essen können. Öiä 97er El Presidente.» Durch diese Aktion, von Markus Niklaus initialisiert, standen sicher gegen 40 Personen im „scharfe Egge“. Daneben waren auch Honoratioren aus Politik, des FC Rubigen, der Sponsoren unübersehbar dabei und feuerten das Team von Reto Hiltbrunner an. Dieser Aufruf, mit allem Drum und Dran von Markus Niklaus eingefädelt, im Vorfeld dieses wichtige Derby gegen den SC Worb, war ausserordentlich wichtig für die Stimmung auf der Hunzigenrüti. Wir FCR-Fans möchten Dir einen grossen Dank aussprechen.



Veröffentlicht am:
13:02:10 27.05.2017 von Hansruedi Kauz